Scheinselbstständigkeit & Arbeitnehmerüberlassung

Alle Infos über Scheinselbstständigkeit & Fremdpersonal


Scheinselbstständigkeit: Was ist das?

Jeder redet von Scheinselbstständigkeit, aber in den Gesetzen ist der Begriff nicht zu finden. Nimmt man die Wörter auseinander, erkennt man schnell den Sinn: Selbstständige sind nur zum Schein selbstständig tätig – in Wirklichkeit sind sie beim Auftraggeber abhängig beschäftigt, quasi Arbeitnehmer.

Wo liegt das Problem der Scheinselbstständigkeit?

Ob Sozialversicherungspflicht als Arbeitnehmer vorliegt, muss generell der Auftraggeber prüfen. Oftmals besteht dabei große Verunsicherung, weil jeder Einzelfall per Gesamtbetrachtung individuell zu entscheiden ist. Dabei sind zahlreiche Kriterien und Indizien zu beachten und zu gewichten. Es gibt kein klares schwarz oder weiß.

Für abhängig Beschäftigte hat der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen, für selbstständig tätige Auftragnehmer (auch freie Mitarbeiter oder Freelancer genannt) nicht. Stellt sich im Nachhinein die abhängige Beschäftigung eines deklarierten Selbstständigen heraus, sprich eine Scheinselbstständigkeit, hat der Auftraggeber sowohl die Arbeitgeberbeiträge als auch die Arbeitnehmerbeiträge nachzuzahlen.

Klicken Sie sich durch: Auf unserer interaktiven MindMap erfahren Sie alles zum Thema Fremdpersonaleinsatz. Wir geben Ihnen einen leichten Überblick über Arten, Problemfelder, Kriterien und Pflichten, aber auch über mögliche Rechtsfolgen für Unternehmen. Denn der Einsatz von freien Mitarbeitern und Leih- und Zeitarbeitern birgt viele Gefahren.

Wer prüft den Status der Auftragnehmer?

Wenn Auftraggeber und/oder Auftragnehmer dies wünschen, prüft die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung auf deren Antrag per Statusfeststellungsverfahren verbindlich, ob es sich bei einer Person um einen abhängig Beschäftigten oder einen selbstständig Tätigen handelt. Auch die gesetzlichen Krankenkassen oder die Minijob-Zentrale können auf Antrag den Status prüfen.

Spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung könnte es aber zum bösen Erwachen kommen. Denn das Thema Scheinselbstständigkeit steht fast standardmäßig auf der Checkliste eines jeden Betriebsprüfers. Und der schaut bekanntlich alle vier Jahre rein.

Wie wird eine Scheinselbstständigkeit festgestellt und was sind die Folgen?

Kommt die Deutsche Rentenversicherung zum Ergebnis, dass entgegen der ursprünglichen Bewertung eine abhängige Beschäftigung vorliegt, stellt sie dies per amtlichem Bescheid fest. Passiert dies nachträglich per Betriebsprüfung, so wird es besonders unangenehm: Beitragsnachforderungen können schon allein für einen einzelnen aufgedeckten Scheinselbstständigen leicht zu fünfstelligen Nachzahlungen führen. Ganz abgesehen von satten zusätzlichen Säumniszuschlägen und Zinsen über längere Zeiträume.

Weitere mögliche Folgen der Scheinselbstständigkeit können sein:

  • Imageverlust des Unternehmens
  • Bußgelder bei Ordnungswidrigkeiten oder sogar
  • Geschäftsführerhaftung bei strafbarer Vorenthaltung von SV-Beiträgen, schlimmstenfalls bis hin zu Freiheitsstrafen

Unsere Downloads für Sie:

Vertrag für freie Mitarbeiter

Mustervertrag für den Einsatz freie Mitarbeiter/Selbstständiger.
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Selbstständig oder Arbeitnehmer?

Fragebogen an freie Mitarbeiter
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Fremdpersonal richtig einsetzen

Wie Sie Werkverträge und Zeitarbeit rechtlich richtig abgrenzen.
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Vertrag für Arbeitnehmerüberlassung

Mustervertrag zwischen Verleiher und Entleiher – inkl. AÜG-Reform 2017
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Checkliste Zeitarbeit

Was Entleiherfirmen beachten müssen.
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Fallstricke durch die AÜG-Reform

Antworten auf 10 wichtige Praxisfragen.
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Im Video: Was beim Fremdpersonaleinsatz wichtig ist

Arbeitnehmerüberlassungsvertrag oder Dienst- bzw. Werkvertrag?

Erfahren Sie im Video, welchen Vertrag Sie in welchem Fall einsetzen sollten. Denn seit der AÜG-Reform zum 01.04.2017 ist die Arbeitnehmerüberlassung komplexer und unflexibler geworden. Unternehmen und Steuerberater stehen damit vor immer größeren Herausforderungen. Denn Fehler bei der Arbeitnehmerüberlassung können zu Sanktionen der Behörden und Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro führen. Darüber hinaus kommen Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen auf die Unternehmen zu.

Fremdpersonal richtig einsetzen

Unternehmen und Steuerberater haben ein großes Ziel: Freie Mitarbeiter risikofrei beschäftigen. Auch der Einsatz von Leih-/Zeitarbeitern sollte rechtssicher gestaltet sein. Das bedeutet, dass hier auf sichere Verträge und den richtigen Umgang mit externem Personal geachtet werden muss, um die richtige und lückenlose Abgabe von Sozialversicherungsbeiträgen sicherzustellen. Unsere interaktive MindMap hilft Ihnen bei der richtigen Einordnung des Fremdpersonals. Sehen Sie dabei, auf welche Punkte Sie bei der Vertragsgestaltung mit Leih- und Zeitarbeitern und der Beauftragung freier Mitarbeiter achten müssen, in welchen Fällen Scheinselbstständigkeit droht und welche Probleme bei der Arbeitnehmerüberlassung entstehen können.

Denn die Entwicklung zeigt: Die Fälle verdachtsunabhängiger Prüfungen von Seiten der Behörden haben zugenommen. Dadurch können auf Unternehmen, die externes Personal fehlerhaft beschäftigen, nicht nur Nachzahlungen, Strafen oder Bußgelder zukommen. Ihnen droht auch ein nicht zu unterschätzender Imageverlust, weil solche Fälle meist medial auf sich aufmerksam machen. Entscheidend ist deshalb, präventiv zu handeln, alle gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, Fehler zu erkennen und Ärger schon im Vorfeld zu vermeiden.

Unsere Software für den rechtssicheren Einsatz von Fremdpersonal

Die Gesetzeslage beim Thema Fremdpersonaleinsatz ist nicht immer ganz einfach. Aber besonders hier brauchen Unternehmen einen guten und professionellen Überblick, auf welche Vorgaben und Vorschriften sie achten müssen. Mit dem Haufe Fremdpersonal Manager haben wir eine einzigartige Software entwickelt, die Unternehmen maximale Rechtssicherheit gibt. Alle Gesetze und Vorschriften zum Thema Selbstständigkeit und Arbeitnehmerüberlassung sind übersichtlich dargestellt und einfach erklärt. Der integrierte Scheinselbstständigkeits-Check hilft dabei, freie Mitarbeiter risikofrei zu beschäftigen. Das interviewbasierte Analyse-Tool prüft in kurzer Zeit risikobehaftete Fälle in Ihrem Unternehmen, wertet Ihre Angaben zum Auftragsverhältnis aus und identifiziert kritische Punkte. Sie erhalten konkrete Tipps und Empfehlungen, wie Sie schnell reagieren und handeln können.