1.3 Warum Sie Soft Skills brauchen (S. 15)
Im folgenden Abschnitt erfahren Sie, in welchen Bereichen Ihres beruflichen Lebens Soft Skills wichtig sind und wie sie dort eingesetzt werden können.
Sie können sich besser präsentieren
Eine gekonnte Selbstdarstellung ist ohne gut entwickelte Soft Skills nicht möglich. Wenn Sie als Führungskraft überzeugen wollen, müssen Sie sich und Ihre Ziele überzeugend darstellen können. Als Ansprechpartner für Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter und Kollegen brauchen Sie ein überzeugendes Auftreten – und das lebt von Ihrem rhetorischen Geschick, Ihrer Kommunikationsfähigkeit,
Ihrer Authentizität und Persönlichkeit. Soft Skills helfen Ihnen, sich selbst und Ihre Ziele überzeugend präsentieren zu können.
Soft Skills bieten Orientierung
Soft Skills bieten Ihnen Sicherheit. Als Führungskraft müssen Sie sich immer wieder neuen Situationen stellen. Soft Skills erleichtern Ihnen die Orientierung, so dass Sie auch in komplexen und dynamischen Situationen souverän agieren. Stellen Sie sich vor, Sie wären der Kritik einer anderen Abteilung ausgesetzt. Dann könnte Ihnen ein sachlicher und konstruktiver Umgang mit Kritik, also das Soft Skill Kritikfähigkeit, helfen, die Situation zu meistern. Soft Skills stellen Werkzeuge dar, um sich in neuen, unsicheren und schwierigen Situationen zurechtzufinden und zu behaupten.
Sie kommunizieren klarer
Kommunikation und Interaktion bestimmen Ihren beruflichen Alltag. Nur wenn die Verständigung mit Ihren Mitarbeitern funktioniert, werden sie effektiv mit ihnen zusammenarbeiten. Und nur wenn Sie es verstehen, Unternehmensziele zu kommunizieren, wer den Mitarbeiter sich für ihre Umsetzung stark machen. Sie brauchen also Fähigkeiten im Bereich der Kommunikation, um erfolgreich zu sein. Soft Skills sind kommunikative Fähigkeiten, die die Effizienz in Interaktionen erhöhen.
Sie können sich selbst besser einschätzen
Soft Skills sind Teil Ihrer personalen Kompetenz. Unter der personalen Kompetenz versteht man die Fähigkeit, sich selbst einschätzen und produktive Einstellungen, Werthaltungen, Motive und Selbstbilder
entwickeln zu können. Darüber hinaus ermöglicht die personale Kompetenz, die eigenen Talente, die Motivation sowie Leistungsziele zu entfalten und sich kreativ zu entwickeln und weiterzubilden. Personale Kompetenz beinhaltet die Kenntnis der eigenen Wünsche, Ziele und Emotionen. Das Wissen über die eigenen Stärken und Schwächen ermöglicht die gezielte Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit und die Chance, mit anderen effektiver zu interagieren und zu kommunizieren. Die personale Kompetenz stellt eine Grundvoraussetzung für zwischenmenschliche Beziehungen dar. Nur wer über sich selbst Bescheid weiß, über seine Fähigkeiten, Bedürfnisse und Ziele, ist in der Lage, sich auf andere Menschen einzulassen und deren Bedürfnisse und Motive zu erkennen. Insofern stellt die personale Kompetenz eine Voraussetzung für die soziale Kompetenz dar.
Checkliste: So prüfen Sie Ihre personale Kompetenz
> Was wissen Sie über Ihre Emotionen?
> Was lösen unterschiedliche Situationen bei Ihnen aus?
> Wie gehen Sie dann mit Ihren Stimmungen um?
> Was hat das für Auswirkungen auf Sie und Ihr Umfeld?
> Sind Sie berechenbar oder kann man Sie nur sehr schwer einschätzen?
> Können Sie Ihre Emotionen regulieren?
> Wie tun Sie das?
> Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
> Setzen Sie sich intensiv mit sich und Ihren Fähigkeiten auseinander?
> Machen Sie sich bewusst, was Sie können, aber auch, wo sie an Ihre Grenzen stoßen?
> Warum verfolgen Sie bestimmte Ziele?
> Was würden Sie an Ihrer Persönlichkeit ändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?
> Versuchen sie sich klar zu werden, warum Sie das tun würden?
> Was sind die Auslöser?
> Innere oder äußere Zwänge?
> Wie können Sie diese Punkte realistisch angehen?
Die Zusammenarbeit klappt reibungsloser
Soft Skills sind auch Teil Ihrer sozialen Kompetenz. Darunter versteht man die Fähigkeit, kommunikativ und kooperativ zu handeln, d. h. sich mit anderen kreativ auseinanderzusetzen und sich beziehungsorientiert zu verhalten. Individuelle Handlungsziele und Absichten werden mit den Werten und Einstellungen anderer Menschen bzw. einer Gruppe verknüpft. Als sozial kompetente Führungskraft erkennen Sie beispielsweise, wie Sie Ihre Ziele unter Berücksichtigung der Ziele und Motive Ihrer Mitarbeiter erreichen können. Soziale Kompetenzen beschreiben die Fähigkeit, die individuellen Ziele, Wünsche und Absichten erfolgreich mit denen anderer zu verbinden. Soziale Kompetenz besteht aus einem ganzen Bündel einzelner Soft Skills, deren Erwerb und Entwicklung niemals abgeschlossen ist.
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Rainer Niermeyer, vormals Mitglied der Geschäftsleitung und Partner der Kienbaum Management Consultants, berät führende internationale Unternehmen in den Bereichen „Personalentwicklung, Change Mangement und Diagnostik“. Er ist Top 100 Speaker, Leadership Trainer und erfahrener Management Coach.