Warum Sie den Deckungsbeitrag kennen müssen
Einstieg in die Kostenrechnung
Von der einstufigen zur mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung
Entscheidungen treffen mit dem Deckungsbeitrag
Die GuV-Rechnung nach dem Deckungsbeitragskonzept
Stichwortverzeichnis
Inhaltsverzeichnis downloadenSind unsere Kosten gedeckt? Fahren wir mit Produkt X noch Gewinn ein? Rentiert es sich, diesen Auftrag selbst zu machen? Holen Sie sich Entscheidungshilfe wie die Profis im Controlling.
Im folgenden Kapitel erfahren Sie,
Was bedeutet Deckungsbeitrag?
Von Kosten und Gewinn
Triebfeder jedes ökonomischen Handelns ist der Gewinn. Wenn Sie etwas verkaufen, egal ob ein Produkt oder eine Dienstleistung, dann mit dem Ziel, Gewinn zu erwirtschaften. Dies gilt für den Verkäufer auf dem Flohmarkt genauso wie für den internationalen Konzern.
Bevor Sie Umsatz und Gewinn machen können, fallen erst einmal Kosten an - Sie müssen investieren. Doch Kosten sind nicht gleich Kosten, wie das folgende einfache Beispiel zeigt.
Fallbeispiel: Kostenarten
Der fahrende Händler „Bar auf die Kralle", verkauft Luftballons für 1,50 € auf Flohmärkten. Er selbst kauft den Luftballon für
0,25 € ein. Für 1.000 Stück bezahlt er 250 €. Für seinen Stand auf dem Markt bezahlte er 50 €.
Die Kosten für die Ballons hängen von der eingekauften Menge ab. Man nennt sie „variable Kosten". Neben diesen variablen Kosten fallen aber auch sogenannte „fixe Kosten" an.
Die Standmiete ist unabhängig von der verkauften Menge an Luftballons. Daher sind die Kosten fix. Diese Unterscheidung der Kostenarten in fixe Kosten und variable Kosten ist für den Deckungsbeitrag sehr wichtig.
Kosten, welche mit der Menge „atmen", nennt man variable Kosten. Sind die Kosten starr bzw. unabhängig von der Menge, werden sie fixe Kosten genannt.
Am Abend ermittelt der Händler seinen Gewinn. Dazu zieht er vom Tagesumsatz all seine Kosten ab - übrig bleibt der Gewinn. Bei 600 verkauften Luftballons schaut die Ergebnisrechnung des Händlers wie folgt aus:
Beispiel: Ergebnisrechnung von „Bar auf der Kralle"
Umsatz 600 x 1,50 € 900 €
- variable Kosten 600 x 0,25 € - 150 €
- fixe Kosten - 50 €
= Gewinn 700 €
Gewinn und Deckungsbeitrag
Was hat dies nun mit dem Deckungsbeitrag zu tun? Ganz einfach: Der Deckungsbeitrag ist ein Gewinnteilchen. Er zeigt uns, ob sich mit einem Produkt oder einer Dienstleistung ein Gewinn machen lässt.
Zunächst einmal ist die Sache recht leicht: Der Deckungsbeitrag bleibt übrig, wenn Sie vom Stückpreis Ihres Produkts jeweils die variablen Kosten pro Stück abziehen. Unser Flohmarkthändler etwa kann wie folgt denken:
Preis pro Luftballon 1,50 €
- variable Kosten pro Luftballon 0,25 €
= Deckungsbeitrag pro Luftballon 1,25 €
Pro Luftballon beträgt das Gewinnteilchen 1,25 €. Anfangs tragen diese Gewinnteilchen zur Deckung der fixen Kosten in Höhe von 50 € bei. Sind diese fixen Kosten einmal bezahlt, so ist jeder Deckungsbeitrag nur noch purer Gewinnbeitrag.
Jeder Deckungsbeitrag trägt zur Deckung der Fixkosten bei. Daher auch der Name: Deckungsbeitrag.
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Prof. Dr. Roman Macha leitet den Studiengang Handel an der BA Ravensburg und ist als Lehrbeauftragter der International School of General Management(ISGM), Bad Waldsee, der Exportakademie Reutlingen sowie als Trainer an der Haufe Akademie tätig.